Kuba 2026: Krise, Stromausfälle und Zukunft der Tanzreisen
Fast alle Gespräche, die ich dieser Tage mit kubanischen Freunden führe, drehen sich um dieselbe Frage: Was wird mit Kuba passieren?
Seit Anfang Januar 2026 erreicht kaum noch Rohöl die Insel. Die Stromabschaltungen nehmen dramatisch zu – selbst in Havanna gibt es mittlerweile nur noch wenige Stunden am Tag Elektrizität. Und dennoch: Es fahren weiterhin Taxis, die Menschen gehen zur Arbeit, Theatervorstellungen und Partys finden statt. Diese erstaunliche Gleichzeitigkeit von Normalität und Krise ist typisch für Kuba – und gleichzeitig macht sie einem Sorgen.
Denn die Zeichen einer nahenden Zuspitzung sind unübersehbar.
Unsere Tanzreisen – was läuft, was pausiert
Trotz allem konnten wir im Februar und März zwei Tanzreisen erfolgreich durchführen – mit sehr zufriedenen und glücklichen Teilnehmenden. Einige Interviews werden in den kommenden Tagen auf unserem Instagram-Kanal erscheinen. Die für April geplante Reise mussten wir hingegen absagen. Die wenigen Angemeldeten haben verständlicherweise storniert oder umgebucht. Obwohl wir seit vielen Jahren Tanzreisen nach Havanna und Santiago organisieren und dabei auf viel Erfahrung zurückblicken können, übersteigt die aktuelle Lage unsere Planungsmöglichkeiten. Es ist sinnvoll, jetzt abzuwarten und die Entwicklung zu beobachten.
Ein persönlicher Blick auf die politische Situation
Wer Kuba wirklich kennt – die Menschen, die Gesellschaft, die Geschichte – spürt, dass sich etwas grundlegend verändert. So wie es ist, kann es nicht weitergehen. Das ist keine politische Aussage, das ist eine Beobachtung der Realität.
Im Hintergrund scheint diplomatische Bewegung zu entstehen. Vieles deutet darauf hin, dass zwischen Washington und Havanna auf inoffiziellen Wegen Gespräche geführt werden. Die Situation erinnert in mancher Hinsicht an die letzten Jahre der Sowjetunion – wirtschaftlich, ideologisch und gesellschaftlich. Eine militärische Intervention gilt dabei als ausgeschlossen; beide Seiten wissen, dass Veränderungen nur dann nachhaltig sein können, wenn sie von innen kommen – und wenn die Würde des kubanischen Volkes dabei gewahrt bleibt.
Denn das ist das Entscheidende: Die Kubaner mögen bereit sein für Wandel, für Reformen, für eine Öffnung. Aber nicht um den Preis der nationalen Demütigung. Das Land und seine Menschen verdienen einen Wandel mit Würde.
Die Menschen, die wir vermissen
In den vergangenen Jahren haben wir zahlreiche wertvolle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verloren, weil sie das Land verlassen haben. Menschen, die unsere Reisen erst zu dem gemacht haben, was sie sind.
Yenia, unsere charismatische Reiseleiterin. Guapo, der von allen geliebte Tänzer und Tanzlehrer. Mairovis und Alejandro mit ihrer Familie. Und viele mehr, die seit Beginn unserer Reisen gegangen sind – auf der Suche nach Perspektiven, die ihnen Kuba nicht bieten konnte.
Ich könnte von vielen weiteren erzählen. In den knapp 30 Jahren, in denen ich das Land bereise und immer wieder längere Zeit dort verbringe, habe ich unzählige Menschen gehen sehen. Heute leben sie mit ihren Familien überall auf der Welt. Viele kehren nie oder nur selten zurück – zu groß ist die Ablehnung gegenüber den politischen Zuständen, zu tief die Traurigkeit über den Verfall eines Landes, das sie lieben.
Unsere Hoffnung – und unser Versprechen
Wir sind weiterhin aktiv und haben zahlreiche Reisetermine ab Herbst 2026 im Angebot – darunter allein im November gleich zwei Reisen, die bereits gebucht werden können. Wir sind zuversichtlich, dass sich die Situation in Kuba – ob schrittweise oder schlagartig – bis dahin deutlich verbessert haben wird. Und wenn es so weit ist, wollen wir bereit sein. Vielleicht schon unter besseren Lebens- und Alltagsbedingungen, vielleicht sogar ohne Blockadepolitik.
Meine persönliche Hoffnung gilt den vielen talentierten jungen Kubanern, die das Land verlassen haben: Sobald es eine echte Zukunftsperspektive gibt, werden viele von ihnen zurückkehren wollen. Sie werden helfen, Kuba neu aufzubauen. Und sie werden fehlen, bis sie wieder da sind.
Was bleibt, ist das, worum es bei Tanzreisen Conexión von Anfang an ging und immer gehen wird: die wunderbare Verbindung zwischen Menschen – vereint im Tanz, in der Begegnung, in der Freude. Das wird sich nicht ändern, darauf könnt ihr euch verlassen.
Wenn ihr auf dem Laufenden bleiben möchtet, meldet euch gerne für unseren Newsletter an oder folgt uns auf Instagram oder Facebook – dort halten wir euch über alle Entwicklungen und neue Reisedaten auf dem aktuellen Stand.
Bis bald – hoffentlich bald wieder in Kuba,
Oliver und das Team von Tanzreisen Conexión




























